Die miasmatische Homöopathie ist eine besondere Form der Homöopathie. Sie wird nur von sehr wenigen Homöopathen angewendet. Entwickelt wurde sie von Dr. Samuel Hahnemann seit 1816 und von seinen Schülern nach seinem Tod weiter ausgebaut.
Hahnemann hatte großen Therapieerfolg bei seinen Patienten, indem er sie mit Hilfe der Homöopathie behandelte. " Geh´ zu Hahnemann, da stirbst du nicht" sagten die Leute zueinander und hatten großes Vertrauen in Ihren Arzt.
Im Laufe der Jahre aber machte Hahnemann die Erfahrung, dass er zunächst zwar die Beschwerden seiner Patienten lindern oder gar zum Verschwinden bringen konnte, aber viele von den Leiden kamen immer wieder. Er sprach von einer chronischen Krankheit und machte sich Gedanken, wie er seine Patienten wirklich heilen konnte.
Hahnemann war der erste Arzt, der sehr genau den Therapieverlauf seiner Patienten dokumentierte und so hatte er ein beträchtliches Material für seine Forschungsarbeit zur Verfügung. Die Ärzte in der damaligen Zeit waren der Auffassung, dass chronische Krankheiten durch eine Infektion verursacht worden sind. Hahnemann suchte in seinen Aufzeichnungen nach Krankheiten, die in der Lage waren, chronisch krank zu machen, obwohl sie vorher mit Hilfe von Quecksilber, Schwefelsalben und anderen Giften von der Schulmedizin als "geheilt" erklärt worden waren.
Dr. Samuel Hahnemann forschte über zehn Jahre lang und fasste schließlich bestimmte Krankheiten zu Gruppen zusammen und erkannte die Infektionskrankheiten Syphillis, Gonorrhoe und Krätze als ursächliche Leiden. Diese Krankheiten waren zu seiner Zeit sehr verbreitet und kamen entsprechend häufig vor.
Miasma heißt übersetzt "Befleckung, Verunreinigung". Es ist also so, wenn ein Mensch einmal eine von diesen Infektionskrankheiten durchgemacht hatte, es später zu anderen Krankheiten kam, die mit den üblichen homöopathischen Arzneien nicht zu heilen war. Hahnemann konnte dank seiner Forschungen genau einteilen, welche Infektion zu welchen chronischen Krankheiten führen konnte. Er sagte, dass es bei einer chronischen Erkrankung nicht darum gehe, die "vor den Augen liegenden Symptome" zu behandeln, denn hier handelt es sich mit seinen Worten nur aus " einem abgesonderten Teil eines tiefer liegenden Ur-Übels".
Hatte ein Patient also in früherer Zeit die Gonorrhoe durchlitten, so kam es später dann beispielsweise zu immer wiederkehrenden Blasenentzündungen, Rheuma, chronischen Schnupfen oder anderes.
Allerdings hatte Hahnemann wohl zu wenig Zeit, an seinen Patienten die Vererbung der Miasmen zu studieren. Dies sollte die Aufgabe der nachfolgenden Homöopathiegeneration sein.
Heute wissen wir, dass Miasmen auch vererbt werden können. Syphillis und Krätze kommen in heutiger Zeit so gut wie nicht mehr vor. Wir haben es vielmehr mit den ererbten Miasmen zu tun. Das bedeutet, dass chronische Erkrankungen eines Patienten oft Folge einer Erkrankung eines nahen Blutsverwandten (meistens Eltern oder Grosseltern) sind. Die "Verunreinigung" ist übertragen worden. So können wir heute deutliche Neigungen zu bestimmten Krankheiten in einer Familie beobachten und dann Rückschlüsse auf vererbte Miasmen ziehen.
Die miasmatische Homöopathie behandelt Krankheiten also sehr tief und ursächlich. Ein Patient der miasmatisch behandelt und geheilt worden ist, kann sein Miasma nicht mehr auf nachfolgende Generationen übertragen.
Eine deutlich miasmatische Belastung durch Eltern und Grosseltern zeigt sich dadurch, dass jetzige Generationen oft schon in frühester Kindheit chronische Krankheiten entwickeln. Wir haben eine Häufung an Neurodermitis, Asthma, Ohrinfektionen, usw. Kinder können sehr gut und effektiv miasmatisch mit homöopathischen Arzneien behandelt werden. Und auch im erwachsenen Alter geschehen sehr gute Heilungserfolge.
Der Unterschied zur so genannten Klassischen Homöopathie besteht darin, dass der Schwerpunkt bei der Arzneiauswahl auf eine andere Ursache gelegt wird. Die Klassischen Homöopathie konzentriert sich dabei sehr auf momentane subjektiv psychisch belastende Umstände und in der Miasmatik liegt die Bedeutsamkeit auf die ererbte familiäre Belastung.
Ich werde Sie in meiner Praxis immer miasmatisch behandeln.